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20.02.2012 - CJD Prignitz, Perleberg
Gemeinnützige Arbeit als Einstieg in den Arbeitsmarkt
Im Projekt „Haftvermeidung durch soziale Integration“ (HSI) ist das CJD Prignitz auch in diesem Jahr im Landgerichtsbezirk Neuruppin tätig
CJD Prignitz, Perleberg
Auf Initiative des Ministeriums der Justiz des Landes Brandenburg und unter Förderung durch die EU hat sich ein Netzwerk von 17 freien Trägern gebildet, die gemeinsame Maßnahmen der sozialen (Re-)Integration von Haftentlassenen, zur Entlassung anstehender Inhaftierter und haftgefährdeter Personen koordinieren und fördern. Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Beschäftigungsaussichten durch einen erleichterten Zutritt zum Arbeitsmarkt und der Aufbau eines landesweiten Netzes der Freien Straffälligenhilfe. Dadurch werden letztlich auch erhebliche Kosten für Haftunterbringung, Arbeitslosigkeit und sozialer Desintegration vermieden. Die ermutigenden quantitativen Ergebnisse der ersten Periode und die erarbeiteten Qualitätsstandards haben die Fortsetzung des Projekts gerechtfertigt.
Im Teilprogramm „Arbeit statt Strafe“ des CJD Prignitz können sich zu einer Geldstrafe verurteilte Menschen zur Abwendung einer Ersatzfreiheitsstrafe gemeinnützige Arbeit leisten.
Aufgabe des CJD Prignitz ist es, in enger Abstimmung mit den sozialen Diensten der Justiz passgenaue Tätigkeiten zu vermitteln, die Ableistung zu kontrollieren und darüber hinaus die Begleitung und Vermittlung der Klienten in Beschäftigung, Arbeit oder Ausbildung zu erreichen. Insbesondere jungen straffällig gewordenen Personen bietet sich häufig erstmals die Chance, Ihre Fähig- und Fertigkeiten am Arbeitsmarkt erfolgreich zu erproben. Oder wie es Andrea Wetzlmair, Projektleiterin HSI formuliert: „Mancher hat überhaupt erstmals ein Ziel vor Augen“. Besonders eng werde mit dem Jobcenter und dem Arbeitgeberservice Prignitz, der Jugendgerichtshilfe und den regionalen Arbeitgebern zusammengearbeitet, so die Projektleiterin. Darüber hinaus wird versucht, zu jedem Einzelnen einen persönlichen Zugang zu finden, der die weitere, freiwillige Begleitung und Beratung ermöglicht. Diese beginnt mit einem ausführlichen sogenannten „Profiling“: Dabei wird an Hand von ausführlichen Befragungstools ein Raster über die Persönlichkeit und den Lebensweg des straffällig Gewordenen gelegt. Dadurch werden die familiären, gesundheitlichen, finanziellen und weiteren Umstände beleuchtet, die oft einer erfolgreichen Integration entgegenstehen. Aus ihrem Arbeitsalltag berichtet Andrea Wetzlmair: „Die Klientel ist sicherlich oft äußerst schwierig, aber jeder Erfolg gibt neuen Mut“. Dem Profiling folgt anschließend idealer Weise die Vermittlung in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis. Einschließlich Beschäftigung, Arbeit, Ausbildung, Praktika ist das im vergangenen Jahr 2011 bei 462 Klienten 97 Mal gelungen.

Das Team HSI im CJD Prignitz, links Grit Strietzbaum und rechts Andrea Wetzlmair, Projektleiterin HSI.





